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Verfahren der psychophysiologischen Aussagebeurteilung

Die beiden wichtigsten Verfahren sind der Kontrollfragentest und der Tatwissentest:

 

Kontrollfragentest (KFT)

Tatwissentest (TWT)

Prinzip

Relevante Fragen (Antwort: NEIN):
Beziehen sich auf den zu untersuchenden Tatbestand

Kontrollfragen (Antwort: NEIN):
Vage formulierte Fragen, die Unsicherheit erzeugen sollen. Sie sind nur schwer wahrheitsgemäß zu verneinen

Irrelevante Fragen (Antwort: JA):
Werden nicht ausgewertet, dienen nur zur Auflockerung des Tests

Fragen nach Details, die nur der Täter wissen kann

Einbettung eines relevanten Items (tatsächliches Tatdetail) in eine Reihenfolge mit gleichplausiblen Alternativen (Vergleichsitems)

Mehrere Multiple-Choice-Fragen (ca. 6 bis 10), die sich auf verschiedene Details der Tat beziehen, z.B. gestohlene Gegenstände, Fluchtwege, verwendete Waffen o.ä.

Antwort auf jedes Item: NEIN

Beispiel

Relevante Frage:
„Haben Sie am 20.08.02 einen schwarzen BMW gestohlen?“

Kontrollfrage (Vergleichsfrage):
„Haben Sie vor Ihrem 19. Lebensjahr jemals etwas unrechtmäßig entwendet?“

Irrelevante Frage:
„Ist Ihr Nachname Meier?“

Welches Auto wurde am 20.08.02 entwendet? War es...

  1. ein roter Fiat?
  2. ein gelber Opel?
  3. ein schwarzer BMW?
  4. ein grüner Mercedes?
  5. ein blauer Ford?
  6. ein weißer Mazda?

Annahme

Täter reagieren stärker auf relevante Fragen als auf Kontrollfragen.

Unschuldige reagieren stärker auf Kontrollfragen, da diese ihre Glaubwürdigkeit allgemein bedrohen.

Täter erkennen die relevante Alternative und zeigen darauf eine stärkere Reaktion.

Unschuldige können nicht zwischen den verschiedenen Alternativen differenzieren und zeigen ein zufälliges Reaktionsmuster.

Vorteile

  • Kann jederzeit angewendet werden, auch wenn relevante Informationen schon an die Öffentlichkeit gedrungen sind.
  • Einheitliches Vorgehen in jedem Test möglich.
  • Kontrollierbares Risiko falscher Entscheidungen bei unschuldigen Personen.
  • Breiter Anwendungsbereich, z.B. auch als Screeninginstrument zur Eingrenzung des Kreises potentieller Täter verwendbar.

Nachteile

  • Verfahren muss in einem Vortestinterview an jede Testperson angepasst werden.
  • Mangelhafte Vergleichbarkeit der Ergebnisse und Einflussnahme des Untersuchers.
  • Hohes Risiko, dass unschuldigen Personen als schuldig eingestuft werden.
  • Adäquate Kontrollfragen sind in bestimmten Bereichen schwer zu finden, z.B. sexueller Missbrauch.
  • Nach Bekanntwerden relevanter Tatdetails nicht mehr anwendbar (z.B. nach Veröffentlichung in der Presse oder bei Tatwissen als Zeuge).

Anwendung
in

Insbesondere in Nordamerika (USA und Kanada), aber auch z.B. in Südarfrifa.

Vor allem in Japan, teilweise auch in Israel.

weiter Hauptanwendungsbereiche

 

 

 

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